RFID & EPCIS in der Supply Chain:
So verschaffen sich Brands und Retailer einen Echtzeitüberblick über Bestände und Lagerorte

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich einen genaueren Blick auf das Konzept von EPCIS-Repositorys (z. B. Nedap !D Cloud) geworfen und die Frage gestellt, wie Marken und Einzelhändler mit RFID für maximale Bestandstransparenz sorgen können. Bislang habe ich mich der Problematik vor allem aus einer „Downstream“-Perspektive gewidmet. Dabei ging es darum, dass Nachliefer- und Auffüllprozesse durch (exakte) Daten aus den Stores initiiert werden. In diesem Blogbeitrag möchte ich das Thema aus der entgegengesetzten „Upstream“-Perspektive betrachten und mir genauer ansehen, wie RFID in der Logistik und Distribution eingesetzt werden kann.

Omni-Channel macht den Unterschied
Die alte Weisheit, dass ‚Handel gleich Wandel‘ bedeutet, gilt heute mehr als je zuvor. Die Trennlinie zwischen Logistik und dem reinen Filialbetrieb verschwimmt, da die Produkte mittlerweile möglichst flexibel in einem komplexen Netzwerk aus unterschiedlichen Vertriebskanälen bereitgestellt werden müssen. Die Situation bei vielen Retailern ist jedoch immer noch von zahlreichen starren, nicht-vernetzten Systemen und ineffizienten manuellen Prozessen gekennzeichnet. Um auf eine sich verändernde Nachfrage reagieren zu können, müssen die Einzelhändler jedoch die Produktwege genau kennen und benötigen Echtzeiteinblicke in ihre Prozesse. Hier können RFID und EPCIS (der Datenstandard „Electronic Product Code Information Service“) für eine lückenlose Bestandstransparenz sorgen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Produkte mit RFID-Etiketten ausgestattet sind und die Logistikeinrichtungen über RFID-Lesepunkte verfügen.

Pulkerfassung senkt nicht nur den Arbeitsaufwand
Vor 15 Jahren wurde der Gen2-Standard für passive UHF-RFID-Technik veröffentlicht, der einen Einsatz der Technik in vielen Anwendungsbereichen ermöglicht, in denen eine „Pulkerfassung“ erforderlich ist. Damals zeigten viele Branchen ein hohes Interesse an RFID. Insbesondere die Logistikbranche versprach sich von der neuen Technik eine Steigerung der Prozesseffizienz, da das arbeitsintensive Scannen von Barcodes durch die RFID-basierte Pulkerfassung ersetzt werden konnte. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Vorteile von RFID weit über die reine Effizienzsteigerung hinausgehen. RFID-basierte Warenerfassungsprozesse ermöglichen letztendlich eine vollständige Bestandstransparenz. RFID beschleunigt nicht nur das Scannen, sondern ermöglicht auch die problemlose Nachverfolgung jedes einzelnen Artikels. So kann die Lieferkette eines Retailers auf Grundlage exakter Daten arbeiten. Dies ist besonders in der Modebranche ein großer Vorteil, weil hier besonders kurze Produktzyklen und eine starke Saisonabhängigkeit zu beachten sind und unterschiedliche Farben und Größen für zusätzliche Komplexität sorgen.

Nicht nur um der Technik willen
RFID hilft zweifelsohne dabei, einzelne Produkte schnell und verlässlich zu identifizieren. Allerdings führt die einfache Umstellung von barcode-basierten Prozessen auf RFID kaum zu mehr Effizienz. Die Integration von RFID-Lesepunkten in den Warenfluss hat sich jedoch als erfolgreiche Lösung zum Auffinden von Engpässen erwiesen. Das hängt damit zusammen, dass mit RFID-Technik problemlos alle Bewegungen bzw. Statusänderungen nachverfolgt werden können. So lassen sich die folgenden Vorteile realisieren:

  1. Lieferprüfung
    Durch die automatisierte Vollständigkeitsprüfung auf Artikelebene für alle Lieferungen arbeiten die Warenverteilzentren stets mit exakten Bestandsdaten.
  2. Versandvalidierung
    Eine RFID-basierte Validierung des Versands sorgt dafür, dass alle Lieferungen ans richtige Ziel versendet werden. Die Nutzer profitieren darüber hinaus von einer vollständigen Nachverfolgbarkeit, wie sie etwa für die Logistik von Retouren wichtig ist.
  3. Nachverfolgung einzelner Artikel
    Wenn Sie genau wissen, über wie viele Artikel Sie an welchem Standort verfügen, können Sie zu hohe Lagerbestände vermeiden und den optimalen Zeitpunkt für Nachschub bestimmen. Auf der Grundlage der Daten lässt sich auch besser die zukünftige Nachfrage prognostizieren.

EPCIS ermöglicht Einblicke in Echtzeit
Eine vollständige Bestandstransparenz ist die grundlegende Voraussetzung für die Verteilung der richtigen Produkte zur richtigen Zeit in die richtigen Channels. Ein EPCIS-Repository mit allen Erfassungsdaten von den verschiedenen RFID-Lesepunkten entlang der gesamten Supply Chain ist die einfachste und effizienteste Lösung für die zentrale Verwaltung der Bestandsdaten aller Lagerorte.

Einfache Verfügbarkeit von Waren
In der Omni-Channel-Welt von heute ist Warenverfügbarkeit ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Kunden. Um auf Kundenanforderungen passgenau reagieren zu können, müssen Brands und Retailer wissen, wo in der Supply Chain sich die jeweiligen Produkte befinden. RFID ermöglicht insbesondere in den Lieferketten der Modebranche Zugriff auf Echtzeitinformationen von jedem beliebigen Ort des Netzwerks.

Möchten Sie mehr erfahren? Besuchen Sie die Seite von !D Cloud oder wenden Sie sich an Tom Vieweger, wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie mit RFID die Genauigkeit der Bestandsdaten verbessern können.

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