Kollaboratives Bestandsmanagement – wie Händler und Marken in einer vernetzten Welt den Ansprüchen ihrer Kunden gerecht werden können

Um Kunden zu erreichen und in ihre Läden zu locken, investieren Händler massiv in verschiedene Marketingaktivitäten. Ein zufriedenstellendes Kundenerlebnis in den Verkaufsstellen wird dennoch häufig nicht erzielt. Ein Grund dafür kann die geringe Warenverfügbarkeit sein. Die Enttäuschung, nicht den gewünschten Artikel zu finden, ist oft groß.

Als Abhilfe werden immer häufiger Konzepte wie „In-Store Order“ (Bestellung im Laden), „Endless Aisle“ (Endloses Verkaufsregal) oder „Digital Shelf“ (Digitales Regal) eingeführt. Diese Ansätze haben eins gemeinsam: Das Geschäft erhält Zugriff auf zusätzliche Warenvorräte. Solche zusätzlichen Warenvorräte können verschiedene Formen annehmen: ein zentrales Lager, ein E-Commerce-Channel, eine andere Filiale derselben Einzelhandelskette oder – und das ist neu – direkter und sofortiger Zugang zum zentralen Bestand einer angeschlossenen Marke.

Durch die Darstellung dieses „kollaborativen Lagers“ auf mobilen Geräten, in Online-Kiosken oder durch digitale Leitsysteme in Geschäften maximieren die Einzelhändler das Angebot und senken gleichzeitig die Lagerhaltungskosten durch eine Reduzierung der Lagerbestände. Verkäufer können fehlende Produkte – vor allem andere Größen und Farben – sofort bestellen.

Dieses System funktioniert aber nicht nur in Läden. Zalando hat kürzlich bekanntgegeben, dass es sein Geschäft als Auslieferungszentrum ausweiten und seine Bestandsdaten mit anderen Marken teilen wird. Das wäre in der Vergangenheit nicht denkbar gewesen. Die in den USA ansässige Kaufhauskette Nordstrom eröffnete unlängst einen Laden ohne Ware, der als Servicestelle für Onlinebestellungen genutzt wird. Die internationale Online-Plattform miinto bietet in ihrem Onlineshop lokale Bestände von mehr als 1.200 unabhängigen Modegeschäften an. Alle diese Konzepte beruhen auf einem kollaborativen Bestandsmanagement.

Online- und Offline-Handel werden immer mehr miteinander verschmelzen – genauso wie die Bestände von Handel und Marken.

Worin liegt der Vorteil? Wenn Händler und Lieferanten Zugriff auf ihre Bestandsinformationen ermöglichen, können sie – gemeinsam – die Verfügbarkeit von Produkten vergrößern und Kundenwünsche erfüllen. Gleichzeitig können sich Marken oder Online-Plattformen mit dem Bestand des Händlers verbinden und die Läden als Auslieferungszentren nutzen. Außerdem können sie Bestellungen von ihren Onlineshops an lokale Geschäfte weiterleiten. Onlinebestellungen in der Nähe können am selben Tag abgeholt und an den Kunden geliefert oder per Click-And-Reserve-Service zurückgelegt werden. Das sorgt für ein positives Einkaufserlebnis und damit für loyale Kunden oder, im besten Fall, Fans. Das passende Sortiment, die beste Produktverfügbarkeit mit lückenlosem Service und ein emotionales Markenimage runden das perfekte Einkaufserlebnis ab.

Mit RFID und EPCIS können virtuell (korrekte) Bestände erfolgreich geteilt werden.

Für solche virtuellen Bestände in einer gemeinsamen Bestandsplattform wird eine Plattform benötigt, mit der aktuelle Bestände für unterschiedliche Einheiten angezeigt werden können – egal ob Läden, Marken oder Onlineshops. Die Informationen in allen Systemen müssen jedoch korrekt und einheitlich sein. Nur dann kann eine schnelle (Online-)Auftragsabwicklung mit hoher Kundenzufriedenheitsrate gewährleistet werden. RFID und EPCIS sind hier der Schlüssel, denn mit RFID ist für eine hohe Bestandsgenauigkeit gesorgt, während EPCIS als standardisiertes Protokoll dafür sorgt, dass Information über RFID-Events ausgetauscht werden können. So haben alle Parteien – Händler, Marke oder Onlineshop – Zugriff auf einen einzigen Bestandspool.

Ich fest davon überzeugt, dass Läden, Marken und Shopping-Plattformen in Zukunft nicht mehr in den Begriffen „mein Bestand“ oder „dein Bestand“ denken werden, sondern daran, wie sie ihre Kunden mit dem bestmöglichen Service zufriedenstellen können.

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Informationen über den Autor: Tom Vieweger

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